Tuesday November 24, 2009
Gedanken zu den Studentenprotesten
Ich schreibe das in deutsch, weil mir die Eloquenz in der englischen Sprache fehlt. Also habt Nachsicht ;)
Ich verfolge die Proteste nun schon einige Zeit und erinnere mich an die Studentenstreiks ende der 90er Jahre, bei denen ich auch aktiv war. Leider schaudert es mir zum Einen ob der viel zu geringen Beteiligung und auch in Bezug zu der Qualität der Proteste. OK, es werden Hörsäle besetzt. Aber wo sind die öffentlichen Proteste? Es ist ja schön, dass die Medien so umfangreich berichten, was gegenüber 97 und 99 ein echter Gewinn sein kann, aber die Politik ist doch schon wieder dabei, das alles zu bagatellisieren. Es wird verständnisvoll schön geredet. Der Beitrag im Stern zeigt es doch schon sehr schön.
Ziel war ja angeblich eine Vergleichbarkeit der Ausbildung an den UNIs zwischen den Ländern der EU. Allerdings frage ich mich, wieso der universitäre Werdegang dabei so verschult werden muss, wieso das massive Korsett über die UNIs gezogen wird? Wieso muss der Ausbildungsstand der Studenten auf allen UNIs der EU zur selben Zeit gleich gehalten werden? Wird den Studenten denn keine Selbstverantwortung zugetraut? Worum geht es bei der Bologna-Reform eigentlich wirklich? Das Ergebnis sollte doch sein, schneller und effektiver Abschlüsse zu generieren. Die Studenten sollen durch die UNIs durchgepeitscht werden. Weniger Abbrecher, weniger Langzeitstudenten. Inhalte werden durch die Verschulung geplant in die Köpfe der Jugend gepresst, ohne Chance auf wirkliche Festigung und Auseinandersetzung mit Problemen drumherum. Ziel ist es nur noch, die Prüfung des Kurses zu bestehen und schon geht es ab zum Nächsten. 3 Jahre für den Inhalt, der zu Diplom-Zeiten in 4-5 Jahren vermittelt wurde. Das kann ich jetzt nicht bestätigen, aber so klingt es für mich aus den Medien. Dass da die Qualität leidet, ist doch folgerichtig! Seit wann hat “schnell schnell” Qualität produziert?
Aber zurück zu den Gründen, die diese Reform in meinen Augen wirklich hat. Die Staatssäckel sind leer, den Ländern geht es noch schlechter. Wo hat also der Staat – europaweit (bis auf ein paar Ausnahmen in den nordischen Ländern) zuerst gespart? Genau, an den Stellen, die ihn nicht direkt und zeitnah betreffen. Das waren Kredite und die Zukunft. In den Zeiten von Schröder haben wir ja nun gelernt, dass neue Kredite schlecht sind. (Das sind sie auch ohne Frage, vor allem wenn ohne Sinn und Verstand auf Pump gelebt wird, nicht wahr Frau Merkel?). Der zweite Weg war das Sparen an der Zukunft und da ganz besonders an der Bildung. Nun kann man nicht mehr direkt bei den Bildungseinrichtungen sparen, wie sie sind, da sie auch schon ausgeblutet sind. Was macht man also? Man reduziert die ihnen inne wohnende finanzielle Belastung. Weniger Semester pro Student und weniger Abbrecher bedeutet weniger verschleudertes Geld vom Staat. Eine Ausbildung, die bisher im Schnitt 5 -6 Jahre gedauert hat, soll laut Frau Schavan nur noch 3 Jahre dauern. Das ist also eine Halbierung der Kosten pro Student. Das klingt für das leere Staatssäckel und die staatlichen Hilfsfonds für die Banken in dieser Krise doch sehr verlockend!
Aber wieso solidarisiert sich die Regierung denn dann mit den Protesten, wenn es doch eigentlich alles nach Plan verläuft? Betrachten wir den Ablauf der Proteste am Ende der 90er Jahre. 1997 erstickten sie an den Weihnachtsferien. Die Studenten verschwanden in ihren Familien zu Gänsebraten und Klößen. Aus den Ferien zurück, holte sie die Realität ein. Die Prüfungen am Semester-Ende rückten näher und die bedrohliche Schein-Note schwebte wie ein Damoklesschwert über ihren Häuptern. Vergessen waren die heren Ziele. Das gleiche Spiel wiederholte sich mit den Protesten im Sommer 1999, als die Bologna-Reform durchgedrückt wurde. Die Studenten verschwanden in den Sommerferien und in den Prüfungen und niemand ward mehr gesehen. Genau das soll sich jetzt wiederholen. Die Studenten werden mit geheucheltem Verständnis und monitären Schweigepflastern versorgt. Der Ball wird mit Absicht niedrig gehalten. Blos keine öffentlichen Dispute zwischen Studenten und denen, die die Macht inne haben. Also wird versprochen das Bafög zu erhöhen (Wie war das mit dem Pump auf die Zukunft und dem leeren Staatshaushalt?) und werden zu allem was die Studenten monieren beschwichtigende Worte gefunden.
Ich schließe meinen gedanklichen Abriss mit den Worten: “What a wonderful world this would be…”
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